Über mich

Ich bin Evi Lenselin, 37 Jahre alt, eine echte Träumerin. Ich bin in den Niederlanden in einer Familie aufgewachsen, in der Träume oft Gesprächsthema waren. Meine Mutter konnte mitten am Tag erzählen, dass sie etwas Seltsames in ihrem Schlaf gesehen hatte. Solche kleinen Momente ließen mich früh spüren, dass Träume mehr sind als lose Bilder. Sie haben oft etwas mit dem zu tun, was dich beschäftigt, auch wenn du das selbst noch nicht klar siehst.

Während meines Psychologiestudiums begann ich, dieses Interesse weiter zu erforschen. Ich bemerkte, dass ich gerne zuhörte, wie Menschen darüber erzählen, was sie geträumt hatten. Der eine tat dies vorsichtig, der andere ganz offen. Die Art und Weise, wie jemand einen Traum beschreibt, sagt oft genauso viel aus wie der Traum selbst. In meinen Zwanzigern geriet ich in eine Depression. Das war eine schwierige Zeit, in der ich selbst viel über Situationen träumte, die ich als herausfordernd empfand. Ich wachte mit Bildern auf, die mich den ganzen Tag verfolgten, und dadurch begann ich, meine eigenen Träume besser zu verstehen. Je tiefer ich in die Depression fiel, desto weniger träumte ich. Auch das faszinierte mich (im Nachhinein, zu diesem Zeitpunkt faszinierte mich nichts).

Mit 25 Jahren heiratete ich. Meine Ehe hielt nicht. Die Scheidung brachte viel Unruhe mit sich und meine Depression kehrte zurück. Das spiegelte sich in meinen Träumen wider. Ich lief durch Häuser, die nicht stimmten, oder saß in Autos, die keine Richtung zu haben schienen. Es waren Bilder, die genau zu den Entscheidungen passten, die ich damals treffen musste. Durch diese Erfahrung kann ich jetzt besser erklären, wie Träume oft auf direkte Weise zeigen, womit du innerlich kämpfst.

Nach meiner Scheidung blieb ich nicht an einem Ort. Ich habe an verschiedenen Orten in Europa gearbeitet, geschrieben und gelebt. Jedes Land lehrte mich etwas anderes über Träume und darüber, wie Menschen damit umgehen.

  • In Spanien hörte ich oft warme und lebendige Traumgeschichten über Familie und starke Gefühle.
  • In England hörte ich viele kurze und praktische Beschreibungen, die oft von Arbeit und Hektik handelten.
  • In Griechenland hörte ich Träume, die mit Geschichten aus der Familie und alten Bräuchen verwoben waren.
  • In Schweden hörte ich ruhige und klare Beschreibungen, in denen die Menschen vor allem verstehen wollten, warum ein Bild so still blieb.
  • In Tschechien hörte ich Träume voller Symbole, die für den Erzähler selbstverständlich waren, aber für mich neu.
  • In Italien hörte ich Geschichten, die voller Farbe und Bewegung waren.
  • In Deutschland hörte ich Traumsymbole, die oft mit Kontrolle zu tun hatten.
  • In der Slowakei hörte ich Menschen über Träume erzählen, die mit Veränderung und neuen Phasen zu tun hatten.
  • In Dänemark hörte ich ruhige Erzählungen, in denen die Menschen vor allem nach Balance suchten.
  • In Rumänien hörte ich von Träumen, die oft mit Familie und Fürsorge für andere verbunden waren.
  • In Slowenien hörte ich Bilder, die stark mit der Natur verwoben waren.
  • In Polen hörte ich Geschichten über Träume, die etwas über Disziplin und Erwartungen zeigten.

Durch das Wohnen und Zuhören an all diesen Orten bemerkte ich, dass Träume überall anders erzählt werden, aber die Emotionen, die darunter liegen, oft die gleichen sind. Zweifel, Sehnsucht, Angst, Hoffnung, Spannung, Liebe, Verlust. Das ändert sich nicht durch die Sprache, die du sprichst. Gerade diese Wiedererkennbarkeit ließ mich meine Arbeit ernster nehmen.

Ich wohne jetzt wieder in den Niederlanden. Ich lebe zusammen mit zwei Katzen, die mich jeden Tag daran erinnern, dass Ruhe und Aufmerksamkeit wichtig sind. Sie spüren oft, wenn ich grübele, und kommen dann nah zu mir. Manchmal laufen sie mitten in der Nacht durch das Haus und ich wache mit einem Gefühl auf, das später in meinem Traum zurückkommt. Solche kleinen Dinge nehme ich in meine Erklärungen mit, weil Träume oft mit dem gewöhnlichen Leben um uns herum verbunden sind.

Meine Schwester lebt in Amerika. Durch die Zeitverschiebung telefonieren wir oft zu seltsamen Zeiten. Sie erzählt mir manchmal von Träumen, die durch Heimweh oder durch den Stress bei der Arbeit entstehen. Diese Gespräche geben mir einen breiteren Blick auf Traumsymbole, weil ich dadurch sehe, wie Umgebung und Distanz Einfluss darauf haben, was du im Schlaf siehst.

Ich schreibe bewusst klar und ruhig. Mein Ziel ist, dass jeder etwas mit meinen Erklärungen anfangen kann. Keine schwere Sprache, kein esoterisches Nachdenken, sondern gewöhnliche Worte, die etwas über das sagen, was du fühlst. Träume sind manchmal verwirrend, aber sie wollen vor allem zeigen, was wichtig für dich ist. Ich versuche, diese Botschaft zugänglich zu machen, damit du dich besser verstehst, wenn ein Traum etwas länger bleibt, als du erwartet hast.

Wenn ein Traum dich berührt, hoffe ich, dass du in meinen Texten etwas wiedererkennst. Dass du merkst, dass du nicht der einzige bist, der mit Fragen aufwacht. Und dass du Ruhe findest in der Vorstellung, dass ein Traum manchmal einfach ein Spiegel dessen ist, was in deinem Leben spielt.